Wintergarten ohne Winter oder Ruhetag ohne Ruhe …

Wintergarten ohne Winter

Von einem Wetter wie am gestrigen Sonntag konnten wir im Mai 2013 nur träumen: Die Vögel zwitschern, die Länge der Quecksilbersäule des Thermometers und die Menge an bereits umgeklappten Kalenderblättern stehen in einem eigenartig diametralen Verhältnis zueinander und die Bewohnern des Hauses treibt es nach draußen, den sich im Winterschlaf wähnenden Garten mit Rosenschere und Besen zu belästigen.  Alles wirkt trotz Sonne so friedlich und verschlafen… Es hätte ein wunderbar entspannter Sonntag werden können.

Einen Bewohner des Hauses aber trieben andere Dinge um – seit Tagen schon. Der Nestzwerg soll will schwimmen lernen. Gestern war es nun soweit: Schwimmstart für den jüngsten Hausbewohner. Am Wochenende, Überübermorgen, übermorgen, morgen, heute, heute nachmittag, in ein paar Stunden, in einer Stunde, in 30 Minuten, in ein paar Minuten, gleich … so haben wir uns dem Termin der Termine angenähert. Wir sollten abgeholt werden. Also wurde die Haustür belauert. Damit das Abholteam auch bloß nicht vorbeifährt. Mein Einwand, dass die Abholenden doch sicher unsere Klingel benutzen werden, wurde zur Kenntnis genommen, es wurden aber keine abweichenden Handlungsmuster daraus abgeleitet. Die Haustür blieb unter Dauerbeobachtung. Das Abholteam kam, die erste Schwimmstunde fand statt. Jetzt hätte alles gut sein können. Aber nun forderte die vorausgegangene Nacht („Habe ich heute schwimmen?“) ihren Tribut. Die Müdigkeit machte Essen und alles andere quasi unmöglich – leider auch gute Laune. Ich hatte plötzlich wieder die einführenden Worte des Kursleiters im Kopf: „Wir machen hier alles ohne Druck, jedes Kind macht nur das, was es machen will.“ Ein Kind seines gestern gestarteten Kurses will muss ganz schnell schwimmen lernen sonst wird der nette Schwimmlehrer mich kennen lernen…

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