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Advent 2010 | Teil 1

Ein sehr schneereicher Winter
Wie alles begann ...

Am Sonntagmorgen kam ein Mann
mit Sorgenfalten müde an.
Der Mantel nass, der Sack so schwer,
klagt er bedrückt: »Ich kann nicht mehr.«
»Wohlan,« sprach ich, »was kann ich tun?«
und lud ihn ein, sich auszuruh'n.

Er zog sich schnell die Stiefel aus
und war mit fünf, sechs Schritt im Haus.
Mit matter Stimme sprach er dann,
dass er's bei Schnee nicht wuppen kann.
Die Kälte, Glatteis, all der Graus,
er halte das nicht länger aus.

Sein Schlitten schaffe es nicht mehr,
es müsse wohl ein Wagen her.
Da sei's dann wohlig, warm, bequem,
sehr angenehm, sehr angenehm.
Er fing direkt das Schwärmen an,
der arme alte, müde Mann.

Advent 2010 | Teil 2

»'Nen Wagen hab ich leider nicht,
doch helfen ist wohl Bürgerpflicht.
Such' mir doch all die Dinge raus,
welche bestimmt für dieses Haus.
Ich nehm' sie gern zu Freunden mit,
das macht für die kaum Unterschied.

Ich grüße schön vom alten Mann
und sag, dass er nicht kommen kann.
So mach' es auch im nächsten Haus,
so kommst du aus der Sache raus.

Und nächstes Jahr da kümmerst dich,
um einen Wagen frühzeitich.
Ich weiß doch wie ihr Männer seid,
denkt immer, ist noch ewig Zeit.«
Mal sehen, ob's fruchtet beim Gesell
und hoffentlich klappt's finanziell.

So kommt es denn, ihr lieben Leut',
dass ich Geschenke bringe heut'.
Ich rat' Euch sehr, bedauert's nicht,
– schon gar nicht etwa öffentlich –

Advent 2011 | Teil 1

Erinnert Euch ans letzte Jahr,
den müden Mann mit weißem Haar,
der – kurz vor Weihnacht war das doch –
mit schwerem Schritt ins Haus uns »kroch«.
Und diesen Juni staunten wir,
da stand er wieder vor der Tür.

Wir hätten fast ihn nicht erkannt,
den Bart aus dem Gesicht verbannt.
Kein Mantel spannte um den Bauch,
die schweren Stiefel fehlten auch.
Die Arme waren voll bepackt,
mit Autowerbung nicht zu knapp.

Ich bat ihn rasch ins Haus hinein
und brachte kühlen Gänsewein.
Ob ich ihn nicht beraten könne,
das war'n die Worte von dem »Mönne«.

Advent 2011 | Teil 2

Ich hätt' ihn doch so streng gemahnet,
damit er schon beizeiten planet
und nicht wie im vergangenen Jahr
er warte, bis zu spät es war.

Da hat er sich wen ausgesucht,
ich hoff', dass er nicht später flucht.
Was ich so über Autos weiß,
ist wirklich wenig, ohne schei...
Sie haben Räder, Fenster, Türen
ein Lenkrad, um sie anzuführen.
Man kann verschiedene Farben wählen,
sich mit der Wahl von Extras quälen.

Was ich dir hierzu raten kann,
ist wenig, sagte ich dem Mann.
Wenn Wünsche groß, die Börse klein,
vielleicht könnt's ein Japaner sein.
Er solle lieber Profis fragen,
die könnten mehr zur Sache sagen.

Advent 2011 | Teil 3

VW, Mercedes, Nissan, Ford,
seit Wochen frage er sie dort,
diese vermeintlichen erklärten
Profis, Kenner und Experten.
Er zähle seine Wünsche auf
und sage denen gleich darauf:
Bezahlen könn' er nur mit vier
Rentieren und dem Schlitten hier.
Saisonarbeiter würden halt
im Regelfall sehr schlecht bezahlt.
Die Reaktionen – kurz und knapp,
man wies ihn ganz behände ab.
Der alte Schlitten sei nichts wert,
Rentiere heut' nicht mehr begehrt.

»Nun gut«, begann ich einzuräumen,
»wir müssen's andersrum aufzäumen.
Du fragst jetzt bei den Leuten an,
wer dir auch diesmal helfen kann.
Jeder, der schon mal dabei,
der hilft wieder – zweifelsfrei.

Und änd're Deine AGBs,
Lieferfristen wegen Schnees,
Kantenlängen, Zahl der Päckchen,
keine schweren, großen Säckchen.
Nur ein Präsent pro Mann und Maus,
höchstens fünf für jedes Haus.«

So kommt es nun, ihr lieben Leut,
dass ich Geschenke bring erneut.
So wird's wohl auch in Zukunft sein,
es sei denn Euch fällt noch was ein,
wie man dem armen Weihnachtsmann,
verhelfen zu 'nem Wagen kann.

Ich bitt' Euch eins noch zu beachten:
ich wünsche frohe Weihnachten.

Advent 2012 | Teil 1

hr habt ja in den letzten Jahren
von diesem fleiß'gen Mann erfahren,
der Weihnachten, jahrein, jahraus,
Geschenke bracht' in jedes Haus.

Und letztes Jahr, da bat ich nun
Euch um Ideen, was man könnt tun,
was eben diesem armen Mann,
beim Geschenkverteilen helfen kann.
Ich hatt' schon bessere Ideen.
Warum? Das werdet ihr gleich sehen.
Na ja, genau genommen lesen.
Es ist doch turbulent gewesen.

Ich hatte - meint ich - nachgedacht,
es in die Zeitung dann gebracht:
Wer hat Ideen, wer weiß Bescheid,
mit Fahrzeugen zur Weihnachtszeit.
Es ist gefragt ein jedermann,
ob er nicht vielleicht helfen kann,
zu finden ein Transportgefährt,
das sich im Weihnachtsstress bewährt.

Advent 2012 | Teil 2

Im Briefkasten schon kurz darauf,
lag eine Nachricht obenauf:
Einladung zur Domotex,
las ich staunend, leicht perplex.
Ich würde "ihn" dort stehen seh'n,
in Halle 12, Stand Nummer 10.
So hat man mich dort hinbestellt,
in diese bunte Teppichwelt.

Ein dünner Mann, nur knapp bedeckt,
das Haar unter viel Tuch versteckt,
pries dort mir einen Teppich an,
als perfekt für diesen Weihnachtsmann.

Am Teppich hing ein Zettel dran,
Gebrauchsanweisung las ich dann:
Niemals bei feuchtem Wetter fliegen,
Zuladung genauestens wiegen,
bis 30 kg dürfen mit,
außerdem gilt explizit,
fehlt zum Flug das Tageslicht,
startet dieser Teppich nicht.

Beim Lesen wurde sehr schnell klar,
dass das hier nicht das Richt'ge war.
Ich hab dem Mann dann klar gemacht,
dass in der deutschen Weihnachtsnacht,
die Sonne eher selten scheint.
Er habe es sicher gut gemeint.

Advent 2012 | Teil 3

Im März kam dann die kleine Frau,
die meinte, sie wisse sehr genau,
was wohl das Allerbeste sei,
für diese Weihnachtsfliegerei.

Sie war ruckzuck in unsrem Haus
und packte einen Besen aus.
An dem hing auch ein Zettel dran
mit einem Text, der so begann:
Niemals bei kaltem Wetter fliegen,
Zuladung genauestens wiegen,
bis 50 kg dürfen mit,
außerdem gilt explizit,
bei trübem Winterdämmerlicht,
startet dieser Besen nicht.
Was sollt ich hier noch weiter lesen,
das würde nichts mit diesem Besen.

Ihr denkt es Euch, ich glaubt es kaum
und wähnte mich in einem Traum,
doch auch mit festem Augenreiben,
ließ das Weib sich nicht vertreiben.
Da stand sie nun, leicht krumm im Kreuz
und ahnte es wohl schon bereits,
dass ich nun leicht verärgert war,
verlegen stellte sie dann klar:
Das Teppich-Achmet sie gesandt,
der von dem bunten Teppichstand.
Sie hätt' es ihm ja gleich gesagt,
die Alte wirkte leicht verzagt.

Ich brachte sie dann schnell zur Tür
und wünschte alles Gute ihr.
Zum Glück war Besenreisewetter
so flog sie fort mit leis' Geschmetter.

Advent 2012 | Teil 4

Wochen später stand alsdann
vor der Tür ein draller Mann.
Nervös irrte sein Blick herum,
gespannt musterte ich ihn stumm.

Er hob zu stammelnd Worten an,
dass er gehört vom Weihnachtsmann.
Er habe da ein fliegend Wesen
und unsere Anzeige gelesen.
So hab' er es gleich mitgebracht,
am Gartenzaun gut festgemacht.
Er habe leider keine Zeit,
er müsse weiter, es tät ihm leid.
‚nen Zettel hab' er uns geschrieben,
mit Tipps und allen Vorlieben
dieser grünen Schuppenwesen
und so fing ich an zu lesen:

Nie bei feuchtem Wetter fliegen,
denn wenn Drachen Schnupfen kriegen,
müssen sie oft heftig niesen
und das führt dann zu dem fiesen
Drachenfeuerhustenkrampf
stets verbunden mit viel Dampf,
welcher führt zu schlechter Sicht
und schon landen Drachen nicht.

Ich brach hier ab, öffnete die Tür
und war erleichtert, glaubt es mir.
Am Zaun da fehlte nur ein Stück,
manchmal hat man höllisch Glück.
Der Drache war samt Herrchen fort,
nur etwas Asche lag noch dort.

Advent 2012 | Teil 5

Der Herbst, er kam, ein Fahrzeug nicht,
fast endet hier nun mein Bericht.
Ich schrieb dann an den Weihnachtsmann,
dass leider ich nicht helfen kann.
Hier mischten sich die Kinder ein
und sprachen zu mir Mütterlein:

»Mensch, Mama, los erinn're Dich,
den Weihnachtsmann, den gibt es nicht.
Du solltest Sommers Hüte tragen,
Schnaps und Drogen "Abschied" sagen,
ausreichend im Bette ruh'n –
all dieses ist solang zu tun
bist du wieder sicher bist,
was Wahrheit und was Fälschung ist.«

Schade, dachte ich nun hier,
irgendwie gefiel er mir,
der Traum vom statt'lich Weihnachtsmann,
Wir sehen uns wieder – irgendwann...
Ich hoff' es klappt mit den Geschenken,
wir werden deiner warm gedenken.

Zum Schluss wünsch ich nun absehbar,
ein frohes Fest wie jedes Jahr.