Amsterdam

… war ein Abenteuer – ein ganz wunderbares

Mit 4 Fahrrädern, 2 Koffern, 1 Rucksack, 2 Umhängetaschen und 2 Kindern sind wir mit dem Zug in den Herbstferien für eine Woche nach Amsterdam gefahren. Auszug aus dem Reisebericht: Pünktlich zur Abfahrt vor der heimischen Garage setzt leichter Niesel ein. Im Bahnhof angekommen, werden wir mit der Fahrstuhlphobie des Erstgeborenen bekannt gemacht. 4 Fahrten mit dem Lift sind notwendig, um uns auf den Bahnsteig zu befördern. Das Einsteigen in einen Zug der Deutschen Bahn ist ja ohnehin meist ein Abenteuer, aber in der eingangs genannten Kombination ein schlicht unabwägbares. Der Fahrradwaggon findet sich wage in der Nähe  des entsprechenden  Bahnsteigabschnitts ein, wo er laut Wagenstandsanzeigerplan zu stehen hätte. Wenn 2 Personen 3 Minuten Zeit haben, das komplette Gepäck nebst Kinder in den Zug zu verfrachten, braucht es kaltes Blut und Willensstärke, dem strengen Blick der Zugbegleiterin stand zu halten. Aber es klappt, alle und alles der Reisegruppe Zugehörige befinden und befindet sich bei der Abfahrt im Abteil.

Amsterdam Impressionen

In Amsterdam angekommen stellen wir fest,  Amsterdam ist eine Fahrradstadt… Das ist natürlich Quatsch, das wussten wir bereits vorher. Das bedeutet aber nicht, dass Fahrräder problemlos in den dortigen Lift am Bahnhof passen. Merke: man kann Fahrräder durchaus hochkant in den Lift bekommen, wenn die Umstände dies erfordern. Um zu unserer Unterkunft ca. 20 Minuten außerhalb von Amsterdam zu gelangen, müssen wir nochmals mit dem Lift runter in die Metro-Station fahren. Und jetzt wird es kniffelig. Was uns nämlich das nur mittelmäßig auskunftswillige Personal des öffentlichen Nahverkehrs verschwiegen hat, ist die Tatsache, dass man ohne Fahrkarte den Lift praktisch nicht verlassen kann. Nun sind der Nestzwerg und ich aber bereits unten angelangt, während sich unsere Metrotickets beim Rest der Reisegruppe oben am Lift aufhalten. Wir zwängen uns in das winzige Reservoir zwischen Lifttür und Bahnsteigschranke und verkeilen uns mit den dort bereits wartenden Fahrgästen. Meine Versuche, dem Metropersonal die Sachlage darzulegen, laufen ins Leere. Antwort des Diensthabenden: „No ticket – no entrance.“ Da gibt es NULL Verhandlungsspielraum. Ein weiterer Fahrgast versucht, die Situation zu entschärfen und bietet bereitwillig sein Ticket zum Öffnen der Schranke an. Leider ist das Servicepersonal in keiner Weise lösungsorientiert – die Schranke bleibt zu. Wieder hinauf fahren kommt auch nicht infrage –  die in uns verkeilten Fahrradbesitzer lehnen dieses Ansinnen tumultartig ab. Irgendwie entwirren wir uns  und reiben aneinander vorbei. Der Nestzwerg und ich verbleiben im Reservoire und beten, dass nicht gleich ein kleiner Wanderzirkus nebst Elefant aus dem Lift gespuckt wird. Unsere Gebete werden erhört: Die Lifttür gibt kurze Zeit später den Blick auf Mann,  Erstgeborenen und die Tickets frei. Wir steigen in die Metro Richtung Gein. Es gibt speziell gekennzeichnete Türen, an denen das Einsteigen mit dem Fahrrad als „erlaubt“ signalisiert wird. Pro Tür maximal 2 Fahrräder. Wir quetschen uns angesicht der Massen an Zusteigewilligen mit 4 Fahrrädern durch eine der anderen Türen – Motto: Hauptsache erstmal drin in der Bahn. Wir haben nun 20 Minuten Zeit,  der stoischen Gelassenheit der Einwohner Amsterdams unseren stillen Respekt zu zollen.

Blick aus dem Schlafzimmerfenster

Morgendlicher Blick aus dem Schlafzimmerfenster

An der Endstation wechseln wir zum 4. Mal an diesem Tag mit dem Fahrstuhl die Ebenen und stehen nun am Stadtrand Amsterdams und studieren die Wegbschreibung unserer Vermieterin. Kurze Zeit später radeln wir im Sonnenschein durch Wiesen und Kanäle. Ein Fischreiher begrüßt uns, Schafe und Kühe weiden, die Sonne glitzert auf dem Wasser. Wir haben alles richtig gemacht, da gibt es keinen Zweifel. Ab heute wohnen wir 8 Tage lang im zauberhaften B&B Gein von Stephanie und Raymond. Wir haben das komplette Haus für uns und dürfen den Garten und die Haustiere mitbenutzen.

Amsterdam Impressionen

Amsterdam Impressionen

Amsterdam Impressionen

Briefkästen Amsterdam

19 Nein-Stimmen, 3 Ja-Stimmen, 9 Enthaltungen

Fazit: Amsterdam ist ganz wunderbar – die Vielfalt und Mentalität vieler Menschen, die Häuser und Grachten, das pralle Leben. 8 Tage lang gelingt es mir, jeglichen Gedanken an die Rückfahrt brutal zu unterdrücken. Am Ende der Woche beschließe ich, wir sind jetzt Metro-, Lift- und BahnProfis. Und tatsächlich, die innere Haltung lässt die Rückfahrt spürbar entspannter werden. Selbst der Fahrstuhl am Amsterdamer Hauptbahnhof ist deutlich gewachsen, und wo vorher nicht einmal ein Herrenrad allein unterkommen konnte, passen jetzt bequem 2 Räder nebeneinander. Keine Ahnung, welchen Lastenaufzug wir da auf dem Hinweg – vermutlich regelwidrig – genutzt haben…

Herzliche Grüße, die mottenkönigin

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