Selbstbild und Fremdbild …

stimmen manchmal auf ganz wunderbare Weise überein. „Mama, das habe ich für dich gemalt.“ Mit diesen Worten wurde mir beim Abholen im Kindergarten vom Nestzwerg das folgende Bild überreicht:

Portrait

Ich freute mich, was für ein schönes Bild dachte ich kurz, da ertönte es bereits von unten: „Das bist du.“ Aha. Ich überlegte kurz, ob ich mich weiterfreuen sollte. Allerdings musste ich doch herzlich lachen, so dass die Frage vermutlich heftig im Kopf hin- und hergeschleudert wurde und dann zwischen die typischen Abholgedanken verrutschte. Da blieb sie erstmal liegen. Abholgedanken sind nämlich laut und fordernd und immer wiederkehrend: „Wo sind die Hausschuhe?“, „Wo ist der Deckel der Frühstücksdose?“, „Wo ist der Fahrradhelm?“, „Haben wir alle Bekleidungsstücke, die heute morgen mit in den Kindergarten gekommen sind?“ und das mal 2.

Am Abend, als es stiller wurde und mir das Bild beim Aufräumen in die Finger fiel, da traute sich die Frage dann wieder raus. Und ich freute mich sehr. Dieses milde – zugegeben leicht irre – Lächeln, fahrig geschminkte Augen hinter Brillengläsern, diese Lockenpracht und vor allem das Wissen, dass der Nestzwerg beim Malen an mich gedacht und dabei offenbar Spaß gehabt hatte, erfüllte mich mit warmer, lebendiger Freude, die immer noch anhält. Das Bild hängt nämlich jetzt im Arbeitszimmer mir direkt gegenüber und lächelt mich an.

2 Gedanken zu „Selbstbild und Fremdbild …

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