Der Frühling war hier – aber nur kurz…

Zarte erste Spitzen

… und dann musste er auch schon wieder los und hat als Vertretung seinen älteren Bruder den Spätwinter geschickt. Ich möchte jetzt nicht unhöflich erscheinen, aber ich will den hier nicht haben.

Wir geben uns die größte Mühe, um ihm das klar zu machen. Heute waren der Erstgeborene und ich ein Eis essen, ein großes Eis, ein sehr großes Eis – also für jeden von uns. Irgendwo musste der Verkäufer ja hin mit seinem Eis in dem großen leeren Lokal mit zwei Gästen. Die Mützen, Schals und Handschuhe aus dicker Wolle habe ich gewaschen und zum Trocknen nach draußen gestellt. Alle Winterstiefel sind geputzt und in den dunklen Tiefen des Kellers in den Kartons verstaut.

Aber wenn ich mir die Wetterprognose für die kommenden Tage so anschaue, fürchte ich, der Typ ist von der begriffsstutzigen, dickfelligen Sorte.

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Hält mein Wandkalender mich für unhöflich …

Wandkalender 2017

Ich habe in diesem Jahr einen Wandkalender, der mir jeden Tag eine Frage stellt. Er fragt so Sachen wie: „Welches Lied macht dir immer gute Laune?“, „Welche übernatürlichen Kräfte hättest du gern?“ oder „Hast du heute schon in die Wolken geschaut?“ Ich habe sie ihm relativ regelmäßig beantwortet oder es zumindest versucht. Ich wähnte unsere Beziehung in bester Ordnung. Er fragt ich antworte – bis heute.

Heute fragt er nun: „SPRICHST DU MIT GEGENSTÄNDEN?“ Das wirft für mich zwei Fragen auf:

Hält er mich für unhöflich? Ich halte es für selbstverständlich, dass, wenn er mir Fragen stellt, ich ihm zumindest antworte.

Hat er mir die ganze Zeit über nicht zugehört? Oder mich nicht verstanden? Welche Sprache spricht denn wohl so ein Kalender, wenn nicht die, in der er seine Fragen formuliert?

Jetzt bin ich ratlos. Reden wir seit Beginn des Jahres aneinander vorbei? Vielleicht beantwortet er nun zur Abwechslung mal meine Fragen. Mal sehen wie es dann weitergehen kann mit uns zweien. Vielleicht sollte er sich derweil mit unserem Mülleimer unterhalten.

In der Zwischenzeit werde ich jetzt eines meiner 100 Lieblingslieder anmachen und in die reichlich vorhandenen Wolken schauen, in der Hoffnung eine Lücke zu finden, durch die sich ein paar Sonnenstrahlen quetschen. Es dürfen auch gerne mehr als ein paar sein. Und dann werde ich weiter an meiner übernatürlichen Kraft arbeiten müssen, die es mir ermöglicht mit Gegenständen auf eine Art und Weise zu sprechen, dass diese mich verstehen.

Ich wünsche allen ein wunderbares Wochenende, die mottenkönigin

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Das GemüseImperium schlägt zurück…

Horrorgemüse

Knapp 3 Jahre sind vergangen, seit ich an gleicher Stelle über die Beschränkungen des Speiseplans berichtet habe, auferlegt von den zwei jüngeren Mitbewohnern dieses Haushalts. Beide sind mittlerweile – was bis auf Großeltern und entfernte Verwandte keinen verwundern wird  – knapp 3 Jahre älter geworden. Nun suggeriert die Fachliteratur zum Thema ja immer, dass Kinder im vorgeschrittenen Alter [so zwischen 8 und 12 Jahren] die selbst auferlegten ErnährungsEinschränkungen über Bord werfen und dann im Grunde zu AllesEssern mutieren. Unglücklicherweise befinden wir uns noch mittendrin im beschriebenen Zeitfenster.

Um es kurz zu machen: Grünes Gemüse wird bis auf zwei Ausnahmen

Die Erfolgsverwöhnten

nicht auf dem Teller geduldet, es sei denn, es ist nicht der eigene. Wobei ich den Verschmähten grüngewandeten mehrfach versichert habe, dass es nicht an ihrer Farbe liege. Gekochte Möhren, Blumenkohl und  Auberginen befinden sich gleichfalls auf dem Index.

Die Tragweite der Angelegenheit wurde mir aber erst am vergangenen Wochenende bewusst, als ich die Samentüten der zurückliegenden Saison hinsichtlich Restmengen und geschätzter Keimfähigkeit begutachtet habe. Brokkoli, Kohlrabi und Zucchini haben geschlossen angekündigt, dass sie an einem Standplatz in diesem Garten, in dem sie derart konsequent gemobbt werden, nicht interessiert seien. Ich muss also neue Samentütchen kaufen, ideologisch unbelastet und mit frischem jugendlichen Mut. Vielleicht gelingt es den Neuen, sich auf den AntiGemüseTellern zu etablieren und eine Zeitenwende im gemeinschaftlichen Kochportfolio einzuleiten.

Drückt mir uns die Daumen.

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Die Aufgeblasenen melden sich zu Wort…

Wohnhülle für eine Disk

„Radieschen, Radieschen, Radieschen“, pöbeln die gestanzten Luftballons in den Gläsern. „Alles dreht sich ums Grünzeug und wir liegen hier rum.“

„Na gut“, erwidere ich, „dann werde ich euch mal verankern. Wie gefällt es euch denn auf den neuen Wohnhüllen für CDs, DVDs und Co.?“

Wohnhüllen für eine Disk

Zwischen kaschiertem Buchbinderkarton und gestanzten Luftballons lagern Fotos, Musik und Filme doch gleich viel fröhlicher. Und als kleines DankeSchön sind sie sicher bei den zukünftigen Besitzern gern gesehene Regalbewohner – viel zu schade für den Schrank.

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