KinderkunstDienstag – närrisches Treiben …

Robbe in Vorfreude

Jeden Dienstag sammelt philuko Kinderkunst auf ihrem BLOG. Jeden Dienstag steuern die Künstler unseres Haushalts ein Werk ihres noch so jungen Schaffens bei. Diese Woche: Robbe in Vorfreude auf Rosenmontag. Wie ich darauf komme, fragt ihr euch? Dann schaut mal hier:

Robbe geschmückt

„Nein“, hatte die Mama zur kleinen Kegelrobbe gesagt, „für den Rosenmontagszug bist du noch zu klein und bestimmt machst du dir dein schönes weißes Fell ganz schmutzig.“ Also entschied sich die kleine Robbe für einen dunkelgrauen Fettsuit und damit das ganze nicht so trist daherkommt, wurden noch 2 funkelnde Strasssteine neben der Flosse aufgeklebt. E voilà und schon konnte es losgehen ins bunte Treiben der bonbonwerfenden Narren. Schade nur, dass die keine Heringe warfen…

Ganz so einfach war die Kostümauswahl hier im Hause leider nicht. Für den Erstgeborenen kommt alljährlich nur etwas in Frage, was sich möglichst wenig vom alltäglichen Outfit unterscheidet. Am aller-, allerwichtigsten ist es aber, dass keine Schminke oder andere in der Konsitenz Creme ähnlichen Mittel zum Einsatz kommen müssen. Deshalb fiel die Wahl dieses Jahr auf ein Gespensterkostüm. Es erwies sich dann im Praxistest als ungeeignet: Stopptanz mit einem langen wogenden Bettlaken um die Schultern ist irgendwie blöd. Das Gleiche gilt für Essen mit einem löchrigen Kopfkissenbezug auf dem Kopf. Als praxistauglicher erwies sich das Kostüm des Nestzwergs, allerdings war der Weg zu selbigem deutlich steiniger:

„Als was möchtest du dich denn zu Fasching verkleiden?“ warf ich vor einigen Wochen in den Raum. „Als Prinzessin oder Fee“, bekam ich – wie bereits im Vorfeld erwartet – als Antwort. Alles klar, ich wähnte mich auf der sicheren Seite und besorgte diesmal frühzeitig ein paar Feenflügel nebst Zauberstab, verwahrte beides sicher im Schrank und fühlte mich wochenlang bestens vorbereitet. Ein Irrglaube, wie sich herausstellen sollte. Am Freitag vor Fasching wurde mir nebenbei mitgeteilt, dass der Nestzwerg nun vorhabe, als Erdbeere an der Rosenmontagsfeier teilzunehmen. Aha. Auf meine Nachfrage, was denn den Sinneswandel bewirkt habe, wurde mir mitgeteilt, dass M. (Freundin aus dem Kindergarten) sie dann essen könne… So so. Wer nun glaubt, dass ich jetzt ins Routieren kam, irrt. Zufällig besitzen wir ein Erdbeerkostüm. Ein niedliches Cape mit einer Kapuze, rot mit weißen Punkten und schönen grünen Blättern an den Schultern. In Gedanken ging ich kurz die T-Shirt und Strumpfhosenauswahl durch und entspannte mich wieder. Bis Sonntag. Sonntags haben M. und der Nestzwerg gemeinsam Schwimmen. Am Abendbrottisch verkündete der Nestzwerg dann, dass sie auf keinen Fall als Erbeere gehen könne, sondern als Mörchen gehen müsse. Es stellte sich raus, dass M. plante sich am kommenden Morgen – also in ca. 12 Stunden – als Kaninchen oder Hase in den Kindergarte zu begeben. „Hasen essen keine Erdbeeren“ wurde mir noch erklärend mitgeteilt. Ich warf all meine Glaubwürdigkeit in die Waagschale und verkündete im Brustton der Überzeugung, dass Hasen Erdbeeren lieben und dass wir nun doch mal das Erdbeerkostüm anprobieren sollten. Ich konnte es selbst kaum fassen, aber der Nestzwerg begab sich mit mir nach oben zur Kostümprobe. Gut –  ich hatte vorher noch kurz erwähnt, dass ich ihr für ein Mörchenkostüm die Haare grün färben müsse und ich nicht sicher sei, dass wir das wieder raus bekämen. Wir begaben uns also zur Anprobe und stellten fest, dass die Zeit gegen das niedliche Erdbeerkostüm gearbeitet hatte. Unterhalb der kleinen rot-weiß gewandeten Erdbeere war noch erstaunlich viel unverkleidetes Kind übrig geblieben. Ein kritischer Blick in den Spiegel besiegelte das Schicksal des Capes: „Ich sehe ja aus wie Rotkäppchen und hier gucken soviel Arme raus, nee, so will ich nicht gehen.“ Schlagartig hatte ich das Gefühl wieder ganz am Anfang zu stehen. Ich zauberte also die Feenflügel aus dem Schrank und vertraute auf den Reiz des Unbekannten. Und was soll ich sagen, der Reiz entfaltete seine ganz Wirkung und am gestrigen Montag verließen ein mittelgroßes Gespenst und eine kleine Fee unser Haus … Helau.

 

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