Experiment in Livezeit…

Versuchsverlauf

Ich habe in unserem Badezimmer im Erdgeschoss ein Experiment gestartet. Der Versuchsaufbau war ganz leicht. Ich habe alle Regalbretter mit neu gekauften Toilettenpapierrollen bestückt. Die Durchführung ist simpel – geradezu trivial –, ich warte ab. Die Frage, die es zu beantworten gilt, lautet: Wie lange dauert es, bis sich irgendein Bewohner dieses Hauses – bei dem es sich NICHT um mich handelt – sich der leeren Rollen annimmt, die ja am Ende ohne Papier zurück bleiben? Gibt es eine kritische Menge X, bei der es irgendjemand anderen zu stören beginnt, dass sich die leeren Rollen – mit einer gewissen Kippfreudigkeit – im Regal herumdrücken und so den Stauraum für neue Rollen immer mehr einschränken? Wird es irgendwann einem Badbenutzer möglich erscheinen, den immerhin ca. 5 Meter langen Weg zur Altpapierkiste mit den pro Rolle geschätzt 10 gr schweren Pappresten zu bewältigen? Lange Zeit hatte ich den Eindruck, die Antwort auf all diese Fragen lautet: NEIN, niemand fühlt sich gestört. Statt die im Bad gestrandeten Pappröhren zu entsorgen, wurden sie sorgfältig im oberen Regalbrett gesammelt. Als es dort zu eng wurde, begannen sie neue Lebensräume zu erschließen und besiedelten fortan auch die unteren Regalfächer. Der zugegeben leicht verlottert Gesamteindruck, der sich mit der Zeit einstellte, lud offenbar dazu ein, nun auch weiteren Müll hier zu lagern.

Was könnte ich tun um Dynamik in die Sache zu bringen? Soll ich Bastelanleitungen neben den Rollen platzieren? Ich könnte beim Abendessen kurz erwähnen, dass es möglich sei, mit der Entsorgung der Cellulosefasern Computerspielzeit zu erarbeiten. Etwas ratlos untersuchte ich heute erneut das Versuchsfeld und stellte eine hoffnungspendendeVeränderung fest:

erste Ergebnisse

Offenbar hat jemand begonnen, die Fläche durch gezielte Verdichtung besser zu nutzen. Den Nestzwerg und den Erstgeborenen schließe ich aus. Ich weiß, dass ist fahrlässig und wissenschaftlich nicht haltbar, aber ich berufe mich bei dieser Vorgehensweise mal auf Erfahrungswerte. Da ich weiß, dass auch das Verfahren des Verdichtens nur endlich möglich ist, begebe ich mich wieder in meine beobachtende Position und warte weiter ab.

7 Gedanken zu „Experiment in Livezeit…

  1. Elisabeth sagt:

    Unbekannte in meinem Haushalt schaffen es sogar die leeren Rollen neben den Mülleimer zu legen. Dieser Sinn und Zweck hat sich mir völlig entzogen;)) nachdem ich einen leeren Schubkarton dazugestellt hatte, mit der Bitte um Befüllung um ein Intelligenzspiel für unseren Hund daraus zu basteln, war die Entsorgung keine Schwierigkeit mehr! Der erste Karton ist voll, vielleicht nehme ich als nächstes eine Stiefelverpackung!! Der Hund fand sein neues Spielzeug großartig – vielleicht eine Recyclingidee auch für euch, Verwandte, Freunde, Nachbarn – so hat das Ganze einen Sinn uns jeder fühlt sich wohl ;))))

    • mottenkönig sagt:

      Liebe Elisabeth,
      vielen Dank für Deinen Tipp. Ich werde darüber nachdenken, wie ich sowas bei uns sinnstiftend installieren kann. Neben den Mülleimer ist ja wohl die Königsdisziplin im Nichtentsorgen. Grandios. Ich freue mich gerade, dass es immer noch eine Spur grotesker geht.
      Herzliche Grüße, martina

    • mottenkönig sagt:

      Das Experiment läuft noch. Teile des Altpapiers wurde entsorgt. Vermutlich wegen der großen Kippneigung. Andere Teile wurde auf umliegende Regalbretter verteilt. Ich bin noch unsicher, was ich unternehmen soll. Aber danke für’s Dranerinnern.
      Herzliche Grüße, martina

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