Erdbeerernte im großen Stil…

Erdbeer-Marmeladenproduktionsergebnis

Seit Tagen – gefühlte Wochen – lag mir der Erstgeborene in den Ohren, wann wir denn nun endlich Erdbeeren pflücken gingen. Nicht etwa profan ein Schälchen im Garten, nein, so richtig in Masse auf einem eigens für Selbstpflücker bestelltem Feld. Am Samstag war es nun soweit. Wetter, Zeitkontingent und Motivation meinerseits waren in hinreichender Menge vorhanden Um so richtig der Pflücklust frönen zu können, hatten wir der kleinen Schwester glaubhaft versichert, dass Kinder unter 4 Jahren derartige Erdbeerplantagen nicht betreten dürfen. So brachen wir auf zu zweit bei Sonnenschein und leichtem Wind, bestückt mit einem kleinen Eimer und zwei mittelgroßen Spankörben.

Am Feld angekommen begaben wir uns in die zugewiesene Reihe und begannen zu pflücken. Das heißt ich pflückte und begutachtete parallel dazu jede einzelne Frucht meines Pflückbegleiters hinsichtlich Oberflächenbe­schaffen­heit, Farbgebung und Größe. Fiel das Urteil in allen drei Kategorien mindestens befriedigend aus, fand die Beere einen Platz im Spankörbchen. Begleitend wurde mir mitgeteilt, wie schön es doch hier auf dem Feld sei: was für eine schöne Atmosphäre, so wunderbares Wetter und so viele Erdbeeren. Ja, das Leben war grandios bis sich etwa 20 Früchte im Korb des Erntehelfers befanden. Nun bemerkte er erste leichte Rötungen an seinen Armen. Ich versicherte ihm, dass diese nicht schlimm und häufig beim Erdbeer­pflücken zu finden seien. Verunsichert begann er die Umgebung zu betrachten. „Guck mal Mama, dahinten da bewegt sich was.“ wurde mir mitgeteilt. Nun betrachten wir gemeinsam die Umgebung und ich riet ihm doch mal nachzuschauen, was denn dahinten stünde. Vermutlich Ziegen oder ähnliches Kleingetier. Er machte sich auf den Weg und ich hoffte auf 15 Minuten schnelles, ungestörtes Befüllen der Gefäße. Nach gefühlt 2 Minuten stand meine Begleitung aber wieder neben mir. Er könne da nicht hingehen, es stänke ganz furchtbar. Was er denn jetzt machen solle?  Erdbeeren pflücken war mein Vorschlag. „Och nö, keine Lust.“, wurde mir mitgeteilt.  „Probier doch mal eine“, schlug ich vor. Nach langem Betrachten der Reihen fand ein Exemplar Gnade vor den Augen unseres Sohnes und landete schließlich in seinem Mund. Das Urteil lautete: „Köstlich“. Drei Erdbeeren später schmeckten sie dann so irgendwie komisch. Ich pflückte weiter, nun unter den minütlich geäußerten Bekundungen: „Wie lange brauchst du noch?“, „Mir ist sooo langweilig.“, „Ich kann nicht mehr stehen.“ und „Ich habe Durst.“, um nur einige zu nennen. Die Pflückerinnen in den benachbarten Reihen fühlten sich bestens unterhalten, wie mir schien. Ein leichtes Schmunzeln hielt sich hartnäckig auf ihren Gesichtern.

Wir haben es dann schließlich doch geschafft. Mit drei gut gefüllten Behältern verließen wir die Plantage. Der Erntehelfer ist nicht verdurstet oder an Langeweile gestorben. Ich bin nicht verrückt geworden und wir nennen nun viele, viele Gläser leckerste Erdbeermarmelade unser eigen. Nächstes Jahr ist die Letztgeborene 4 Jahre alt. Wie ich sie kenne, wird sie sich genauestens an die Altersgrenze für Erdbeerpflücker erinnern. Ich freu mich schon drauf…

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