Was vom Fasching übrig blieb...

Dorniger Rosenmontag in Norddeutschland…

Immer Meistens am Rosenmontag wird in der Schule Fasching gefeiert. Der Einlass in die örtliche Grundschule ist an diesem speziellen Montag eine Stunde später an als an den übrigen Schulmontagen. Die Begründung der Schule lautet: „Damit wir (die Eltern) unsere Kinder noch in Ruhe kostümieren können.“ Meine Vermutung geht ja eher in die Richtung: „Damit die Lehrer sich noch in Ruhe kostümieren können und den alljährlichen Ausnahmezustand nicht so lange ertragen müssen.“

Die morgendliche Ausgangslage suggeriert also vordergründig, super, ich kann ca. 1 Stunde länger schlafen, wo ich ohnehin zu spät ins Büro kommen werde oder noch eine halbe Stunde die Zeitung lesen. Die Auffindesituation des Morgens ist jedoch eine völlig andere: Als ich gegen 6.30 Uhr den Weg ins Bad antrete, quillt unter der Türritze des Zimmers unseres Erstgeborenen Diskomusik hervor – einigermaßen leise zwar, aber doch sehr tanzbar. „Ich bin schon seit 5.00 Uhr wach“, werde ich informiert. Aha, ich muss mich aber trotzdem jetzt erstmal waschen und anziehen. „Oh nö, was soll ich denn jetzt machen?“ Ich öffne vorsichtig die Tür des Nachbarzimmers: „Mama, wann kann ich aufstehen?“, tönt es mir mit geballtem AufstehEnthusiasmus entgegen, von dem ich die restlichen 264 Tage des Jahres nicht einmal zu träumen wage.

Um 7.00 Uhr treten wir zu dritt den Weg in die untere Etage an und damit ca. 5 Minuten später als normalerweise. Die Kinder haben jetzt noch komfortable 2 Stunden bis Schulbeginn. Gut, es ist noch ein kleines Frühstück zu verzehren, 2 Zöpfe zu flechten und 30 Sommersprossen aufzutragen… Um 7.15 Uhr ist das bewusst klein gehaltene Frühstück verzehrt – in der Schule wird ja auch „gleich“ gefrühstückt… In der Küche wird mit einer Sense und einem Flummi Hockey gespielt. Kämmen und Zähne putzen brauchen heute exakt die Zeit, die ich unter normalen Umständen für angemessen halte. Um 7.25 Uhr steht Gevatter Tod bereits in Mantel und Maske in der Küche und läuft Gefahr seiner Sense verlustig zu gehen, weil sie mich beim Drahtzöpfe machen vor meiner Nase massiv behindert. Wir haben also noch einen mittleren Wutausbruch über einen nicht vorhandenen Herrn Nilson, einen kleinen Videodreh und ein längeres Fotoshooting bequem im Vormittag unterbringen können, um dann gegen 8.30 Uhr das Haus zu verlassen.

Liebe Lehrer, können Sie Ihre Kostüme nicht ab dem kommenden Jahr so wählen, dass der Unterrichtsbeginn vielleicht eine halbe Stunden vorgezogen werden könnte? Ich würde dann eine viertel Stunde eher aufstehen und die gewonnene halbe Stunden notfalls mit einer Zeitung und einem Kaffee überbrücken. Die gewonnene Stunde wird dann am nachfolgenden Dienstag dringend zum Auskatern benötigt, wie auch der heutige Morgen wieder eindrucksvoll bewiesen hat.

Herzliche Grüße, Martina

 

Ein Gedanke zu „Dorniger Rosenmontag in Norddeutschland…

  1. leine-design sagt:

    Liebe Martina,
    durch Deinen netten Beitrag auf meinem Blog bin ich auf Deinen aufmerksam geworden. Und was soll ich sagen? Ich finde ihn klasse. Du schreibst wunderbar! Ich habe herzlich gelacht beim Lesen dieses Posts! Meine Kinder sind schon lange aus diesem Alter heraus, aber ich kann mich noch dunkel erinnern……
    Also: Ich komme in jedem Fall wieder!
    Herzlichst
    Cornelia (oder Conny) :-))

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