Diese Brause macht mich verrückt…

Dachhocker

… sagt das jüngste Familienmitglied am Abendbrottisch. Alle lachen, Letztgeborene nicht. Finster blickt sie in die Runde, enthält sich aber jeden weiteren Kommentars. Uns wird das Lachen schon vergehen. Wir wissen es bloß noch nicht. Später dann am Abend, wir wähnen die Kinder wohlbehalten im Bett, beginnen wir zu ahnen, was sie wohl gemeint haben könnte.

Gegen 21.00 Uhr steht ein Wesen im Garten. Es trägt eine Fellweste, rosafarbene Stulpen über der Schlafanzughose, ein Röckchen in der gleichen Farbe, ein nicht geschlossenes Kleid und eine blinkende Krone auf dem Kopf. In der linken Hand hält sie einen Zauberstab. Ich übernehme keinerlei Gewähr bezüglich der Vollständigkeit der Aufzählung.

Was sagt solch ein Wesen in so einem Moment? Der ein oder andere würde vielleicht ein winzigkleines Maß an Schuldbewusstsein erwarten, darüber dass der kleine Mensch nicht in seinem Bett liegt – und das offensichtlich nicht aus einem der bewährten Gründe: „Ich muss mal, ich habe Durst“ oder auch gerne „Mir tut mein Bein weh.“ Nein, weit gefehlt. „Papa, das Kleid geht nicht richtig zu.“ ertönt es im Garten. Wichtiger Hinweis an alle, die hier mitlesen: Brause zum Abendbrot besser weglassen.

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