Die Virensaison hat begonnen…

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Vor einigen Wochen habe ich einen wunderbaren Workshop besucht, bei dem ein Buch entstanden ist. Zurück daheim wurde das Werk sehr bewundert und dann stand die Frage im Raum: „Was willst du denn da reintun?“ Zurück daheim passiert aber noch mehr, Unruhe machte sich breit, Gedanken waren fahrig…

Nach einer mehr als kurzen Inkubationszeit merkte ich, ich habe mich am Buchbindvirus infiziert. Es handelte sich um einen schweren Fall. Meine Gedanken kreisten um Buchbindekarton, Kaschierpapier, Knöpfe und Perlen, um Klebemittel und Buchbindeleinen. Ich suchte ein Knopfgeschäft auf und hatte Glück. Hier gab es nicht nur Knöpfe in allen Farben und Größen, sondern auch ein üppiges Gästebuffet, da in diesem Laden ein Geburtstag – der Ladengeburtstag – begangen wurde. Welch ein Glücksfall, da ich nicht alleine unterwegs war. Ich parkte also den Nestzwerg an Nüssen und Kuchen und Getränken in großer Zahl und Vielfalt und widmete mich ungestört den Knopfröhrchen.

Knöpfe in ihrer herrlichen Vielfalt

Zurück daheim musste ich wenigsten 1 Knopf gleich verarbeiten, egal, ob der nun richtig passte oder nicht.

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„Ist ja ein bisschen arg Ton-inTon.“ mäkelte der anwesende Gatte. Ich versuchte es zu ignorieren und mir einzureden, dass ich das ja so haben wollte. Erfolglos. Der Zweifel war gesät und begann rücksichtslos zu wuchern. Also auf, zu einem neuen Anlauf.

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Ich war immer noch nicht zufrieden. Der Knopf selber – wunderschön in seiner ganzen Schlichtheit – passte leider nur unzureichend in die gestanzte Öffnung. Ich verbuchte auch dieses Exemplar in der Kategorie „Übungsbuch“, kann man bei Gelegenheit verschenken und legte es ins Regal zu den anderen. Aber nun ging es weiter, das Virus hatte ganze Arbeit geleistet. Nicht nur, dass ich weiter Bücher band, nun fing ich zusätzlich an, passende Knöpfe zu produzieren.

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Das Ergebnis erfüllte mich erstmals mit stiller, froher Zufriedenheit. Ja, so könnte es gehen. Innen baute ich noch eine Tasche ein und verspührte zum ersten Mal seit Tagen friedliche Gelassenheit. Die Erkrankung ist nicht heilbar, dass ist mir mittlerweile klar, aber ich habe sie nun unter Kontrolle.

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Und um einen Umzug in ein größeres Haus mit mehr Platz für Bücher zu vermeiden, habe ich jetzt begonnen, die Schätze in meinen Shop einzustellen. Wer aber kann ein leeres Buch, in sonderbarem Format gebrauchen? Und nun komme ich noch mal auf die eingangs gestellte Frage zurück: „Was willst du denn da reintun?“ Reingetan habe ich 26 Seiten mit Fragen und Aufgaben, die durch ein Jahr begleiten sollen. Hier ist Platz, um Glücksmomente festzuhalten und das Jahr in seiner ganzen farbenfrohen, abwechslungsreichen Pracht wahrzunehmen und aufzubewahren. Es gibt Seiten für die Lieblingsfarben der Jahreszeiten, Seiten, die die ersten Glücksmomente der jeweiligen Zeit aufbewahren, es gibt Aufgaben, die die Einzigartigkeit der Perioden des Jahres markieren und wahrnehmen lassen und Seiten, die man ganz individuell mit den eigenen Gedanken, Ideen und Wünschen füllen kann.

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