Bevor ich Kinder hatte …

Kleiner RegalSchlafPlatz

war ich der festen Überzeugung, dass es für alle Beteiligten das Beste sei, wenn diese die Nächte in ihren eigenen Betten verbrächten. So weit die These, die sich – wie so viele andere ihrer Verwandten in der Realität – als nicht tragfähig erwiesen hat. Als vor gut 8 Jahren unser Erstgeborener einzog, da schlief er die erste Nacht in einer Wiege neben unserem Bett und er schlief durch. Das sollte sich ändern, was ja nicht weiter überraschend war. Wir hielten fest an unserem Vorsatz, jeder Schläfer in einem eigenen Bett. Die Nächte wurden unruhiger, die Augenringe kamen und blieben. Grundsätzlich war er ein guter Schläfer und ein insgesamt friedliches Baby. Nur nachts da wurde es ihm doch oft unheimlich so allein im eignen Bett und dann schließlich auch noch im eigenen Zimmer. Wir standen auf, streichelten das noch schütter bedeckte Köpfchen und schlichen davon, sobald die Atemzüge wieder tief und regelmäßig waren. Leider waren sie es meist nur für eine kurze Weile, dann ging das Spiel von Vorne los. Es war ja nicht so, dass er trinken wollte oder eine nasse Windel reklamiert, er wollte schlicht nicht alleine sein. Der Tag der Kapitulation er kam, müde, verzweifelt und nicht mehr in der Lage, sich der guten Vorsätze auch nur ansatzweise zu erinnern, legten wir den Erstgeborenen in unser Bett und erwachten am nächsten Morgen zu dritt, frisch und ausgeschlafen und mit der Erkenntnis, wie bescheuert man sein kann. Von da an schliefen wir zu dritt und das ausgesprochen gut.

Ein zufriedenstellendes Arrangement für alle Beteiligten, bis ich erneut schwanger wurde. Der gefürchtete Ammenschlaf bemächtigte sich meiner. Hatte ich bisher auch mit Baby tief und fest durch geschlafen, erwachte ich nun beim kleinsten Geräusch und lag dann wach. Die Männer zogen aus. Sie zogen ins Zimmer des Erstgeborenen. Glücklicherweise verfügte dieses über eine ausreichend große Matratzenfläche, auf der 1 1/2 Männer bequem schlafen konnten. Der Nestzwerg zog ein. Mit ihr kam ein sogenannter Babybalkon, der mir praktisch ab dem ersten Tag als komfortabler Nachttisch diente, der Nestzwerg schlief gemütlich neben mir. Von nun an gab es ein Männer- und ein Frauenzimmer. Irgendwann reichte die Matratzenfläche nicht mehr aus für die beiden männlichen Schläfer. Mein Mann zog ins Arbeitszimmer. Hier gibt es ein Gästebett mit ausreichender Breite für 2. Der Erstgeborenen zog des nachts regelmäßig hinterher. Der Nestzwerg schlief mittlerweile in einem Bettchen neben dem Bett im Schlafzimmer, weil im Kinderzimmer (eher eine geräumige Besenkammer) sonst kein Platz zum Spielen war. Eines Tages bekam ich eine dicke Erkältung und zog nun meinerseits ins Arbeitszimmer, um diese in Ruhe auskurieren zu können. Die Erkältung zog weiter, ich blieb. War doch eigentlich ganz gemütlich im Arbeitszimmer, so mit Blick über den Garten und ohne störende Geräusche. Der Ammenschlaf ist nämlich leider geblieben. Jeder Schläfer im eigenen Bett. Seitdem wir nun das Gitterbettchen entsorgt und das neue Bett für den Nestzwerg noch nicht fertig gestellt haben, ist dieser Vorsatz schon rein praktisch nur noch Makulatur. Aber bisher findet jeder Schlafsuchende unseres Haushaltes Nacht für Nacht eine gemütliche Nische, die den jeweiligen, ganz individuellen Bedürfnissen und Wünschen ausreichende Rechnung trägt.

Ein Gedanke zu „Bevor ich Kinder hatte …

  1. stefanie sagt:

    jaja, wie man es macht, man es irgendwie immer anders als die anderen.
    und ich finde das völlig ok!
    wir haben uns die mühe erst gar nicht gemacht und darüber nachgedacht, wer ab wann wo schlafen soll und es kam, wie es kommen musste…

    erst seit kurzem schlafen nun alle kinder in ihren zimmern, nicht die eltern es so wollten, nein! die kinder hatten irgendwann den wunsch ;0)

    manchmal gibt es auch bei uns noch nachtwanderungen
    schönes wochenende und sonnigen gruß!
    stefanie

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